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mutiger, interessanter Film, aber doch nur eine Seite der Medaille?  

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(@peter-max)
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Beigetreten:vor 2 Jahren 
Beiträge: 1
13/07/2019 12:37 am  

Wer Teil der Entwicklung ist und anteilig vom Fortschritt profitiert, zudem mit der Zeit geht, mit ihr sich auch beruflich weiterentwickeln kann, ist immer auch Teil der Gentrifizierung. Meist als Profiteur aber manchmal auch als Opfer dergleichen. Wie der Film mit dem mutigen Protagonisten sehr deutlich darstellt. Aus der Sicht des Protagonisten eine sehr treffende und reale Beschreibung. Sehr interessant, sehr geplant und durchdacht dargestellt.

Eine Frage sei erlaubt: Wie sehr verleugnet man seine jugendlichen Ideale? Aber anerkennend sei erwähnt - natürlich - alles hat seine Zeit und vermutlich auch seine zeitnotwendige Berechtigung und unterliegt einer dementsprechenden Weiterentwicklung. Weil praktikabel und in der jeweiligen Lebenssituation notwendig. Der Film gewährt seltene elementare Einblicke in georgische, mexikanische und Schweizer Mentalitäten sowie jeweiliger Architekturen und Wohnmilieus. Alles sehr authentisch und abwechslungsreich gezeigt.

Was aber ist mit den Menschen, die mit dem schnellen Wandel und der rasenden Digitalisierung, weder beruflich noch mental mithalten können? Die keinen Job haben, welcher ausreicht eine Familie zu ernähren, welche materiell am Existenzminimum „nagen“?

Ich weiß, wenn  man Solches anspricht, ist dies nicht sehr populär. Aber es gibt sie, die Menschen welche nicht von der Digitalisierung und auch nicht vom technischen und architektonischen Fortschritt profitieren. Die beruflich abgehängt sind, oft auch ohne familiäre Unterstützung. Das sind bspw. geschiedene Mütter, Rentner am Existenzminimum, Langzeitarbeitslose, chronisch Kranke und Pflegebedürftige. Diese sind auf eine sichere Wohnung, vor allem im Bereich des persönlichen Wohnumfeldes, ebenso auf nachhaltige, dauerhafte und sichere Wohnstrukturen angewiesen.

Wer durch die Welt reist und wer sich beruflich zu den Gewinnern zählen darf, der sieht zwar schon über seinen eigenen Tellerrand hinaus. Das sei ihm zugestanden und anerkannt. Er kann sich zum „Gentrifizierer“ zählen. Als Gewinner und vielleicht machmal, wie dargestellt, auch als Verlierer.

Ein mutiges Experiment, welches als Film wohl auch gut geplant und finanziell abgesichert gewesen sein muss. Nicht jeder hat diese Freiheit, aber auch nicht jeder hat diesen Mut.

Es gibt aber wie oben beschrieben auch eine andere Seite der Medaille. Es ist ebenso eine Tatsache, dass es einen kontinuierlichen sowie einen grossen Verliereranteil der Gentrifizierung gibt. Das mag für Sie nicht populär genug sein. Dies ist eine schweigende, weil nicht finanzstarke Gruppe / (Mehrheit?) / ohne jegliche Lobby. Damit gewönne man vermutlich auch keinen Filmpreis. Dazu müsste es einen anderen, aber mindestens genauso mutigen Film geben.

Freundliche Grüsse,

Peter-Max


  
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